Fraunhofer Projektzentrum Wolfsburg

Der konsequente Einsatz von Leichtbaustrukturen ist ein Weg zu Energieeinsparung und Ressourcenschonung im Automobilbau.

Durch einen interdisziplinären Lösungsansatz sieht die Fraunhofer-Gesellschaft, vertreten durch ihre Institute IFAM, IWU und WKI, die Chance, im Rahmen der öffentlich-privaten Partnerschaft »Open Hybrid LabFactory e.V. (OHLF)« die gesamte Prozesskette für Leichtbaustrukturen zu entwickeln und großseriennah zu erproben. Dabei sollen die derzeit gängigen projektbasierten Arbeitsweisen an Einzel- oder Teillösungen vermieden werden. Durch die Betrachtung der gesamten Prozesskette, bis hin zur Integration von Recyclingkonzepten, wird eine nachhaltige Prozess- und Materialentwicklung gewährleistet.

Das »Fraunhofer-Projektzentrum Wolfsburg« stellt hierbei ein neues Modell der Kooperation mehrerer Fraunhofer-Institute dar. Erstmalig forschen mehrere Fraunhofer-Institute gemeinsam an einem Standort. Das Projektzentrum ist dabei inhaltlich, strukturell und örtlich in die OHLF integriert.

Die Arbeiten des Projektzentrums konzentrieren sich inhaltlich auf die drei Schwerpunkte »Textile Fertigungskette«, »Hybridisierung mit metallischer Matrix« und »E-Fahrzeugkomponenten«. Gemeinsam mit allen Partnern der OHLF sollen dabei sowohl Lösungen für die technologischen Herausforderungen des ressourcenschonenden und kostengünstigen Leichtbaus entwickelt, als auch Beiträge zu gesellschaftlich-ökologischen Fragestellungen wie der Steigerung der Effizienz, die Senkung verkehrsbedingter Emissionen oder das Recycling von Leichtbau-Fahrzeugkomponenten geleistet werden.

Hierfür bringt die Fraunhofer-Gesellschaft insbesondere Anlagentechnik zu den Themen Gießereitechnik, Weben, Faserspritzen,  Oberflächenmodifizierung und Imprägnierungstechnik in die OHLF ein. In Wolfsburg erfolgt die weitere Prozessentwicklung sowie eine geeignete Verknüpfung der Technologien im Sinne einer großserienfähigen Fertigung.

Unterstützt werden die Arbeiten einerseits durch Materialentwicklungen, z. B. zum Einsatz von Naturfasern und biogenen Materialien, von metallischen und holzbasierten Schäumen, der Entwicklung von Matrixsystemen und zur Untersuchung von Grenzflächenphänomenen. Andererseits werden Bauweisenkonzepte erarbeitet, in die u. a. die belastungsgerechte Auslegung von Bauteilen und die Strukturoptimierung, die Auslegung von elektrischen Antrieben, Funktionsintegration, eine ökologische Bewertung sowie Recyclingkonzepte aufgenommen werden. Die Umsetzung im Rahmen der OHLF erlaubt eine intensive Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig und den weiteren Partnern in den genannten Themengebieten mit dem Ziel, Leichtbaulösungen für die Großserie zu erarbeiten.

Die Errichtung des Fraunhofer-Projektzentrum Wolfsburg wird aus Landesmitteln des »Niedersächsischen Vorab« gefördert (VWZN2990).

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