ReCreate

Recycling technologies for circular reuse and remanufacturing of fiber-reinforced composite materials

Laufzeit:
06/2022 – 05/2024

Förderung:
Europäische Union über das Förderprogramm »Horizon Europe Framework Programme (HORIZON)«, Topic: HORIZON-CL4-2021-RESILIENCE-01-01

 

Justus v. Freeden

Justus von Freeden (Fraunhofer IWU)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Mail schreiben

Wiederverwendung und Aufbereitung von faserverstärkten Composite Materialien

Faserverstärkte Kunststoffe (FVK) bieten eine hohe Festigkeit bei geringem Gewicht und sind sehr beständig gegenüber Chemikalien und Korrosion. In vielen mechanisch belasteten Bauteilen werden sie bereits eingesetzt, unter anderem in Gehäusen von Bohrmaschinen und anderen Elektrowerkzeugen oder als Hülle von Windkraftrotorblättern. Auch in Sportgeräten wie Surfboards oder Skiern sorgen faserverstärkte Kunststoffe für Bruchfestigkeit und Langlebigkeit. Aufgrund ihrer hervorragenden Materialeigenschaften werden faserverstärkte Kunststoffe außerdem immer mehr zur Schlüsseltechnologie für klimafreundliche Leichtbaulösungen im Fahrzeugbau und in der Bauindustrie. Im Sinne der EU-Förderprogrammziele trägt das Projekt RECREATE dazu bei, dass bestehende Produkte aus faserverstärkten Kunststoffen kreislauffähig umgestaltet und neue Anwendungen von Beginn an kreislauffähig konzipiert werden. Die Projektergebnisse sollen außerdem dabei helfen, dass die Prozesse rund um die Verarbeitung von faserverstärkten Kunststoffen europaweit standardisiert werden können. Dazu zählen beispielsweise Rezyklat- und Materialdefinitionen, Analysemethoden, Prüfungen der Materialqualität und der Recyclingfähigkeit sowie Methoden für die Rückverfolgbarkeit

Die insgesamt 21 Partner aus 9 Nationen arbeiten an verschiedenen Themen rund um die Kreislaufwirtschaft von Verbundmaterialien. Das Projekt gliedert sich in verschiedene Use-Cases und technische Ansätze, um Innovationen in diesem Bereich zu erreichen. Dazu werden innovative Recyclingtechnologien, die die simultane Rückgewinnung von sauberen Fasern und die Nutzung von Harz als Beschichtungsmaterial gewährleisten, entwickelt und evaluiert. Ein weiterer Aspekt ist die Untersuchung von verschiedenen konstruktiven Maßnahmen, wie bspw. einer Segmentierung von Windrotorblättern, um auch höhere Abfallhierarchieeben wie Re-Use zu erreichen. Hierbei sind insbesondere die Lösbarkeit von Verbindungen und die zerstörungsfreien Prüfmethoden Schlüsseltechnologien. Auch auf chemischer Ebene lassen sich Verbesserungen im Sinne der Kreislauffähigkeit durch beispielweise thermoplastisch verarbeitbare Duromere erzielen. Digitale Werkzeuge ermöglichen die quantitative Einschätzung der Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit der entwickelten Technologien. Um die Ergebnisse einer möglichst großen Masse an Leuten zugänglich zu machen werden innovative und digitale Lerninhalte zur Verfügung gestellt.

Das Hauptziel des EU-Projekts RECREATE ist die Entwicklung von innovativen Technologien zur Förderung der profitablen Wiederverwendung von End-of-Life-Verbundwerkstoff-Komponenten für industrielle Anwendungen. Das Projekt gliedert sich in unterschiedliche technologische Use-Cases und adressiert eine Vielzahl unterschiedlicher Zielsektoren wie Windenergie oder Automobilindustrie. Das Projekt liefert wichtige Grundlagen für einen vermehrten Einsatz von faserverstärkten Kunststoffen und ihre Herstellung in Europa sowie die Recyclingfähigkeit daraus hergestellter Produkte. Davon könnten zahlreiche Unternehmen aus diversen Branchen profitieren, darunter: Kunststoffindustrie, Faserhersteller und Zulieferer, Recyclingindustrie, Werkstoffhersteller, Fahrzeugindustrie (Automotive, Luftfahrt), Sportgerätehersteller.

Das Projekt dient damit außerdem den übergeordneten Zielen des »Horizon Europe Strategic Plan (2021 – 2024)« der Europäischen Kommission:

  • Eine offene strategische Autonomie durch Übernahme einer führenden Rolle bei der Entwicklung wichtiger digitaler, grundlegender und neu entstehender Technologien, Sektoren und Wertschöpfungsketten fördern
  • Ökosysteme und die biologische Vielfalt Europas wiederherstellen und natürliche Ressourcen nachhaltig verwalten
  • Europa zur ersten digitalbasierten kreislauforientierten, klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft machen
  • Eine widerstandsfähigere, inklusivere und demokratischere europäische Gesellschaft schaffen

Projektkonsortium

Forschungseinrichtungen:

Politecnico di Milano, Italien (Projektkoordination)

Fraunhofer IWU, Deutschland

Tampere University, Finnland

ICAM Ouest, Frankreich

University of Patras, Griechenland

Fundacion Gaiker, Spanien

CNRS, Frankreich

 

Industriepartner:

Invent GmbH, Deutschland

Iris Technology Solutions, Spanien

Cobat Compositi, Italien

Rescoll, Frankreich

RES-T - Renewable Energy Systems & Technology, Deutschland

N. Benasedo S.p.A., Italien

Carbon Cleanup GmbH, Österreich

EDAG Engineering Group AG, Schweiz

HEAD Sport GmbH, Österreich

Geven S.p.A., Italien

APRA Europe, Belgien

AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V., Deutschland

Grifo Multimedia Srl, Italien

Giacomelli Media Management, Slowenien

Projektträger

Diese Webseite verwendet nur für den Betrieb der Seite unbedingt technisch notwendige Cookies. Mit der Nutzung der Website akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinien. Weitere Informationen finden Sie hier.
Verstanden